Erdwärme: Heizenergie aus dem Inneren der Erde
Erdwärme wird in Island schon seit vielen Jahrzehnten genutzt: Dort verwendet man das heiße Wasser aus Geysiren um damit Wohn- und Geschäftsgebäude, aber auch Treibhäuser für die Produktion von frischem Obst und Gemüse zu beheizen. Genutzt wird dabei die Wärme, die in tieferen Erdschichten vorhanden ist und durch die heißen Quellen Islands zutage gefördert wird. Mit moderner Technik kann man die Erdwärme jedoch auch in Gegenden nutzen, in denen sie nicht mit dem Wasser heißer Quellen von selbst an die Erdoberfläche kommt.
Wo es keine heißen Quellen gibt, bringt man eine Tiefenbohrung nieder, um die Erdwärme anzuzapfen. Sie führt bis in Erdschichten, die bereits so warm sind, dass man damit Wasser auf eine Temperatur erwärmen kann, wie man sie für Heizzwecke benötigt. Man kann, wenn man bis in entsprechend heiße Schichten bohrt, auch Dampf mit Hilfe der Erdwärme erzeugen, die Erde also gewissermaßen als Dampfkessel benutzen und damit Dampfmotoren oder Dampfturbinen betreiben um beispielsweise elektrischen Strom zu gewinnen.
Eine Tiefenbohrung zur Nutzung der Erdwärme in tieferen Schichten kann man zwar auch für Einfamilienhäuser niederbringen, doch ist dies eine relativ kostspielige Sache, die eine gewisse Zeit benötigt, um sich zu amortisieren. Genutzt wird die Geothermie meist in Energiesparhäusern und in Passivhäusern, die auf beste Energieeffizienz optimiert sein müssen.
Um die Erdwärme zu nutzen muss man jedoch nicht unbedingt tief bohren, man kann auch die Wärme in der oberen Erdschicht nutzen und zwar mithilfe von Erdwärme-Wärmepumpen. Sie werden mit elektrischem Strom betrieben, liefern aber mehr Wärmeenergie als man an elektrischer Energie hineinsteckt, da sie dem Erdreich Wärme entziehen und als Heizenergie nutzbar machen. Diese Technik kann man zum Beispiel als eine der Maßnahmen zum Energiesparen bei einem Niedrigenergiehaus (NEH) einsetzen.
Kategoriezuordnung: Energiesparhäuser